Nach einem Beschluss des OLG Karlsruhe vom 01.03.2016 besteht kein Verbot, dass es einem Apotheker untersagt, Prokura zu erteilen; insbesondere würde dies nicht dem Leitbild des selbstständigen „Apothekers in seiner Apotheke“ entsprechen. Damit kann auch ein Apotheker, wie auch alle andere Kaufleuten im Sinne des HGB Prokuristen bestellen.

Das Gericht sieht aber Einschränkungen. Dazu führt es aus:

„Das bedeutet indes nicht von vornherein, dass der Apotheker die gebotene persönliche Leitung durch die Prokuraerteilung aus der Hand gibt. Der Prokurist könnte zwar – etwa durch den Abschluss oder die Kündigung von Mietverträgen, durch den Einkauf größerer Menge objektiv nicht zur Gesundheitsförderung geeigneter Heilmittel oder die Einstellung und Entlassung von Personal – mit Außenwirkung Entscheidungen erheblicher Tragweite treffen. Den damit verbundenen Gefahren kann der Apotheker aber begegnen, indem er den Prokuristen sorgfältig auswählt, ihm im Innenverhältnis hinreichend beschränkende Weisungen erteilt und ihm notfalls die Vollmacht wieder entzieht. Eine solche – der Eigenverantwortung des Apothekers entsprechend engmaschige – Kontrolle vermag zwar nicht vollständig zu verhindern, dass der Prokurist auch mit Außenwirkung Entscheidungen trifft, die die Existenz der Apotheke gefährden oder – etwa im Fall eines größeren Einkaufs ungeeigneter Heilmittel – die Gefahr erhöhen, dass sich der Apotheker gezwungen sieht, aus wirtschaftlichen Gründen pharmazeutisch bedenkliche Entscheidungen zu treffen. Diese Gefahr ist aber keine spezifische Folge der Prokuraerteilung, sondern besteht auch dann, wenn etwa für den Bereich des Einkaufs Einzelvollmachten erteilt werden.“

Eine schöne Zusammenfassung findet sich auch bei apotheke adhoc.